Startschuss im Wengenviertel – SAN baut Stadtgarten
„Auf dem Graben“

Urbane Stadtgärten haben in Ulm eine lange Tradition und sind mittlerweile aus der Ulmer Stadtlandschaft nicht mehr wegzudenken.

Nach langer Winterpause sind die Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Stadtgarten „Auf dem Graben“ nun in vollem Gange. Unter der Projektleitung von SAN-Mitarbeiterin Katarzyna Stawiarska (0731/15386-0) realisiert die Firma Peter Schick Gartengestaltung aus Bronnen dort in der Zeit von April bis September 2018 einen neuen, bespielbaren Grünbereich.

Gefördert mit sog. SIQ-Mitteln (Soziale Integration im Quartier) entsteht der Garten im Sanierungsgebiet „Wengenviertel“, in unmittelbarer Nachbarschaft zum weithin sichtbaren Wengentor. Als ein wichtiger Bestandteil innerhalb der Gesamtmaßnahme „Sanierungsgebiet Wengenviertel“ soll der Garten bereits 2018 fertiggestellt sein.

Im Rahmen einer Konzeptstudie wurden drei regionale Büros aufgefordert, das Thema „Stadtgarten Auf dem Graben“ entsprechend zu bearbeiten. Das Büro silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten machte das Rennen und bearbeitet seither das Projekt in enger Abstimmung mit der SAN und der Ulmer Stadtverwaltung.

 

Als Teil des Sanierungsgebietes „Wengenviertel“ besitzt der Bereich des künftigen Stadtgartens „Auf dem Graben“ im dicht bebauten städtischen Kontext eine besondere Bedeutung als öffentlicher Freiraum und Verweilort.  Durch seine Lage in direkter Nachbarschaft zum Wengentor, faktisch an der Nahtstelle von Innenstadt und Vorstadt, hat der Ort darüber hinaus besonderes Gewicht.

Unmittelbar auf der denkmalgeschützten Stadtmauer gelegen und noch bis 1944 mit sog. Grabenhäusern bebaut, brachten umfassende Baugrunduntersuchungen zusätzlich noch Reste der spätmittelalterlichen Zwingermauer zu Tage. Die ursprüngliche, am Wettbewerbsergebnis orientierte Planung musste daraufhin in Absprache mit dem Landesamtes für Denkmalschutz entsprechend angepasst werden. Nur so konnte gewährleistet werden, dass die geplanten Baumstandorte (speziell die nördliche Baumreihe) hinsichtlich des durchwurzelbaren Bodenvolumens in der Praxis auch tatsächlich funktionieren.

 

Entspannung – Spiel – Grün

Aktuell präsentiert sich der Bereich großflächig versiegelt, mit Spontanvegetation, Vermüllung und vor allem nachts wenig einladend. Künftig schaffen bepflanzte Baumbeete mit Sitzmöglichkeiten (quasi als grüne Inseln) inmitten des Stadtgartens Verweilmöglichkeiten. Die zentrale Baumart des Gartens wird die Schnee-Felsenbirne sein (AMELANCHIER arborea ‚Robin Hill‘); dieser sehr schöne kleinkronige Baum eignet sich aufgrund seines zierlichen Wuchses und der aufwärts strebenden Äste hervorragend für beengte Standorte.

Der wassergebundene Belag sorgt für einen vielfältig bespielbaren Raum z.B. zum Boulespiel. Skulpturen in Form von Beton-Spatzen im östlichen Drittel der Fläche (analog zum „Spatzenbad“ nördlich des Münsters) markieren den räumlichen und atmosphärischen Schwerpunkt des Stadtgartens und bilden einen Treffpunkt für Jung und Alt. Im westlichen Teil des Stadtgartens wird der heute bereits auf der Fläche vorhandene Tischkicker wieder eingebaut. 

Auch die auf das Plateau führende Rampe ist gestalterisch ein Teil des Stadtgartens; sie wird entsprechend mit umgestaltet.

Es werde Licht

Vor dem Hintergrund seiner stadträumlichen Bedeutung und seiner atmosphärischen Wirkung in Richtung Wengenplatz und Ulmer Theater wird der Stadtgarten „Auf dem Graben“ gezielt ausgeleuchtet. Die Fläche wird somit nachts nicht zum ‚Angstraum‘ sondern garantiert durch die ansprechende Ausleuchtung ein Höchstmaß an Sicherheit und sozialer Kontrolle.